„Eine echte Begegnungsschule“ – Schulleiter Ulrich Mayer über die DENOSO als Lernort für die Zukunft

Seit dem Sommer 20025 steht Ulrich Mayer an der Spitze der Deutsch-Norwegischen Schule Oslo (DENOSO). Mit internationaler Erfahrung, einem breiten beruflichen Hintergrund und klaren Vorstellungen davon, was gute Bildung heute leisten muss, möchte er die Schule als starken Lern- und Lebensort für deutschsprachige Familien in Oslo weiterentwickeln. Im Gespräch stellt er sich vor – und erklärt, was die DENOSO für Kinder und Eltern besonders macht.

Ulrich Mayer blickt auf einen ungewöhnlich vielfältigen Lebenslauf zurück: Nach seiner Promotion an der Universität Tübingen absolvierte er das Referendariat und unterrichtete Mathematik und Physik. Es folgte ein Wechsel in eine Unternehmensberatung, wo er als Senior Consultant tätig war, bevor ihn der Weg zurück ins Bildungssystem führte – zunächst als Schulleiter einer reformpädagogischen Internatsschule, später als Leiter der Deutschen Schule Kuala Lumpur. Zuletzt war er sechs Jahre Schulleiter eines öffentlichen Gymnasiums in Baden-Württemberg.

„Rückblickend war es nicht die eine prägende Station“, sagt Mayer. „Aber aus der (turbulenten) Zeit in der Unternehmensberatung habe ich eine wichtige Lehre mitgenommen: Nach vorne schauen, egal wie der Tag gestern verlaufen ist. Aus der Zeit an der Internatsschule blieb mir die Erkenntnis, dass ein Team gemeinsam sehr viel mehr erreichen kann als jeder einzelne für sich.“

Der Impuls, erneut in den Auslandsschuldienst zu gehen, entstand durch mehrere Anfragen in den vergangenen Jahren. Die Ausschreibung der Schulleitungsstelle in Oslo weckte schließlich sein besonderes Interesse. „In den offenen Gesprächen im Vorfeld habe ich schnell gemerkt, was für eine tolle Schule die DENOSO ist. Die Idee, eine echte Begegnungsschule in Europa zu leiten, fand ich äußerst spannend.“

Was macht die Deutsch-Norwegische Schule Oslo zu einem besonderen Lern- und Lebensort?

Die DENOSO ist eine anerkannte Deutsche Auslandsschule und zugleich eine offizielle Begegnungsschule: Sie vereint deutsche und norwegische Bildungstraditionen unter einem Dach. Schülerinnen und Schüler können hier sowohl das deutsche Abitur als auch das norwegische Vitnemål erwerben.

„Neben den Bildungsinhalten vermittelt die DENOSO vor allem bikulturelle Kompetenz“, betont Mayer. Das gelte nicht nur für deutschsprachige Kinder, sondern auch für Schülerinnen und Schüler ohne entsprechende Vorkenntnisse, die Interesse daran haben, in beiden Sprachen und Kulturen zu Hause zu sein. „Externe Besuche haben uns bestätigt, dass uns das im Alltag mit unseren Schülerinnen und Schülern auch wirklich gelingt.“

Werte und pädagogischen Schwerpunkte prägen den Schulalltag

Die Arbeit an der DENOSO orientiert sich an klaren Leitwerten: Exzellentes Lernen, gegenseitiger Respekt und vielfältige Gemeinschaft. Diese Werte sind fest im Schulalltag verankert – vom Unterricht über Projekte bis hin zum Miteinander auf dem Schulgelände.

„Ich kann mich persönlich sehr gut mit diesen Leitwerten identifizieren“, sagt Mayer. „Sie machen deutlich, dass Schule mehr ist als Wissensvermittlung. Sie ist ein Lern- und Lebensort. Kinder und Jugendliche dabei zu begleiten, ihren eigenen Bildungsweg zu finden, Gemeinschaft zu erleben und sich zu selbstbewussten Persönlichkeiten zu entwickeln begeistert mich jeden Tag aufs Neue.“

Schülerinnen und Schüler profitieren vom internationalen Umfeld der Schule

In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz zunehmend Fachwissen verfügbar macht, verschieben sich laut Mayer die Schwerpunkte von Bildung. Die Bereitstellung von rein fachlichem Wissen und zunehmend auch die Vernetzung dieser Wissensinhalten werden immer treffsicherer durch KI-Anwendungen übernommen. „Kulturelle Kompetenz und wertebasierte Orientierung werden daher immer wichtiger“, erklärt er. „Sie liefern fernab von KI einen Kompass dafür, welche Themen in welchem Bereich angegangen werden müssen. Insofern verstärkt eine Bildung im internationalen Umfeld die Gestaltungskompetenz unserer Schülerinnen und Schüler zur aktiven Gestaltung der eigenen Zukunft“, so Mayer. Die DENOSO bietet dafür einen idealen Rahmen.

Warum sollten sich deutschsprachige Familien in Oslo für die DENOSO entscheiden?

Für Eltern hat der Schulleiter mehrere praktische Argumente: Die Schule bietet einen durchgängigen Bildungsgang vom Kindergarten bis zum Schulabschluss – „von der Windel bis zum Abitur beziehungsweise Vitnemål“. Das schafft Kontinuität und stärkt die Klassengemeinschaften.

Hinzu kommen kleine Klassen mit durchschnittlich 18 Schülerinnen und Schülern, die individuelle Förderung ermöglichen, sowie ein ausgeprägter musisch-künstlerischer Schwerpunkt mit Chor, Orchester, Theater und handwerklich-künstlerischen Projekten.

Ein zentrales Plus ist der bikulturelle Abschluss: Abitur und Vitnemål eröffnen den Hochschulzugang in Deutschland und Norwegen – und geben die Sicherheit, sich in beiden akademischen Systemen souverän bewegen zu können. „Ohne über kulturelle Unterschiede zu stolpern“, wie Mayer es formuliert.

Für viele Familien in Oslo, insbesondere im deutschsprachigen Umfeld, ist die DENOSO damit mehr als nur eine Schule: Sie ist ein Ort, an dem Kinder zweisprachig, interkulturell und zukunftsorientiert aufwachsen können – mitten in Norwegen und zugleich fest verbunden mit Deutschland.

Sarah Becker-Kraft, Deutsch-Norwegische Handelskammer