Boston – Ein Schüleraustausch und seine Möglichkeiten
Der Schüleraustausch zwischen der DENOSO und der German International School Boston (GISB) besteht nun schon seit vier Jahren. Jedes Jahr im Herbst reisen zwei bis drei Schüler*innen der 9. Klassenstufe der DENOSO nach Boston, um den Schulalltag an der GISB sowie das Leben in Boston zu entdecken. Sie leben in Gastfamilien und gehen mit ihren Austauschpartnern in eine Klasse. Im darauffolgenden Frühling kommen dann die Bostoner Austauschschüler*innen nach Oslo, besuchen die DENOSO und leben in den Familien ihrer Osloer Austauschpartner.
Zu Beginn des Austauschprogramms dauerte der Austausch noch jeweils drei Monate. Inzwischen wurde die Zeit auf jeweils sechs Wochen verkürzt. Das hat vor allem schulische Gründe: Auch wenn unsere Schüler*innen in Boston regelmäßig am Unterricht der 9. Klasse teilnehmen, so sind die Unterrichtsinhalte dennoch nicht immer deckungsgleich mit denen unserer Schule. Das kann herausfordernd, aber auch spannend sein. Einige Unterrichtsthemen waren für unsere Schüler*innen an der GISB sehr einfach, da sie an Bekanntes anknüpften. Anderes war schwerer zu verstehen, aber allen Schüler*innenn gelang es, in Boston sowohl schulisch als auch sozial Anschluss zu finden.
Natürlich geht es bei einem Schüleraustausch wie diesem nicht nur um den Schulalltag. Wichtig ist vor allem das Leben in dieser aufregenden Stadt am Charles River, in der neben der berühmten Harvard-Universität zahlreiche Museen, Touristenattraktionen und Einkaufsmöglichkeiten locken. Auch das Leben in und mit einer anderen Familie kann viele spannende Erfahrungen mit sich bringen. Man lernt sich als Person selbst noch einmal anders kennen, wenn man in einem neuen Umfeld und mit anderen Menschen zusammenlebt. Das ist bereichernd und kann für das ganze Leben prägend sein.
Wir haben ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt, wieso sie am Boston-Austausch teilgenommen und was sie dort erlebt haben.
Als Gründe für die Teilnahme wurden vor allem Neugier auf ein anderes Land und eine andere Schule sowie das Sammeln neuer Erfahrungen und das Austesten eigener Grenzen genannt. Viele Erwartungen, die unsere Schüler*innen vor der Teilnahme am Boston-Austausch hatten, wurden erfüllt. So sind viele neue Freundschaften und gute Kontakte entstanden. Unsere Schüler*innen konnten den „American Way of Life“ hautnah erleben und haben auch einiges vom Land gesehen. „Das Beste war für mich, den amerikanischen Alltag zu erleben“, erzählt Maria aus Klasse 10. Andere hatten die Möglichkeit, an einer Klassenfahrt nach New York teilzunehmen, die in eindrucksvoller Erinnerung geblieben ist. Und Laila aus Klasse 12 berichtet: „Es gab so viel Gutes, dass mir kein spezifisches Szenario einfällt, welches das Beste war. Es war eine Kette von positiven aufeinanderfolgenden Ereignissen.“
Zu ihren ehemaligen Gastfamilien haben die meisten ehemaligen Austauschschülerinnen und Austauschschüler noch Kontakt, wenn auch nicht immer so intensiv wie am Anfang. Alle erzählen, dass sie in Boston „viele Freundschaften gefunden“ und zahlreiche Kontakte geknüpft haben. Die GISB ist eine kleine, überschaubare Schule, und man lernt die anderen Schüler*innen sehr schnell kennen und trifft sich sogar nachmittags oder am Wochenende für gemeinsame Unternehmungen wie zum Beispiel einen Stadtbummel oder den Besuch eines Football-Spiels.
Und was würden die Ehemaligen denjenigen Schüler*innenn raten, die am Boston-Austausch teilnehmen wollen oder werden? „Es ist eine einmalige Chance und es macht Spaß!“, „Sei du selbst und sei offen für alles, was du dort erleben kannst.“, „Sei darauf vorbereitet, dass nicht alles so läuft, wie du es vielleicht erwartet hast. Versuche, so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln.“, „Ich würde auf jeden Fall raten, an dem Austausch teilzunehmen, weil es eine supertolle Erfahrung war.“, „Man muss die Zeit dort einfach genießen.“, „Probiere es einfach!“.
Unsere ehemaligen Boston-Reisenden sind sich einig, dass der Boston-Austausch ein großartiges Programm ist, das weiterhin fortbestehen sollte. Alle haben viel für ihr Leben gelernt und blicken gern auf ihre Zeit in Boston zurück.
Laila aus Klasse 12 beschreibt es so: „Man merkt kaum, wie schnell die Zeit vergeht, am Ende hat man das Gefühl, als wäre man gestern erst angekommen. An alle, die sich unsicher sind: Es wird eine unglaublich tolle Zeit, die so schnell vergeht, dass man kaum Heimweh verspürt. Also bewerbt euch.“
Johanna Blum